Bündnis 90 /
Die Grünen
Ortsverband
Müllheim-Neuenburg und Umgebung
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Müllheim,
den 17. Mai 2004
Pressemitteilung
Deutsch-französische Brigade darf
sich nicht zum Handlanger
von Folterknechten machen
Mit Entsetzen, Abscheu und
Sorge verfolgen die Müllheimer Grünen die Berichte über Folterungen und Menschenrechtsverletzungen
durch amerikanische Truppen und Geheimdienste. Es müsse davon ausgegangen
werden, dass es sich bei dem was jetzt aus dem Irak ans Licht der
Öffentlichkeit gelangt sei, nur um die Spitze des Eisbergs handle. Über das
Vorgehen der Besatzungstruppen in Afghanistan sei so gut wie nichts bekannt.
Auch hätten Regierungsstellen sich bis jetzt geweigert über die Aufgaben der
bis vor einigen Monaten in Afghanistan stationierten Krisenspezialkräfte Auskunft
zu geben. Nach den wenigen Berichten, die in der Vergangenheit durch die Presse
gegangen sind, müsse aber davon ausgegangen werden, dass das Problem der
Menschenrechtsverletzungen durch die Besatzungstruppen in Afghanistan noch
größer sei als im Irak. Vor allem fehle dort jegliche Kontrolle durch eine
freie Presse und durch die Öffentlichkeit. Die Müllheimer Grünen haben
sich wegen dieser Problematik mit beiliegendem Schreiben an Joschka
Fischer gewandt und Fragen gestellt, die dringend einer Antwort bedürfen.
Da in wenigen Wochen auch
Soldaten aus Müllheim nach Afghanistan geschickt werden sollen, sei Müllheim
hautnah mit der Problematik konfrontiert. Zu den Aufgaben der Soldaten
der Deutsch-Französischen Brigade gehöre es auch, Verdächtige fest zu nehmen
und diese dann an andere Stellen zu übergeben. Damit laufen
sie aber Gefahr zu Handlangern von Folterknechten zu werden.
Denn eine menschenwürdige Behandlung der Festgenommenen könne nach der Übergabe
weder bei den Besatzungstruppen noch bei der einheimischen Polizei
sichergestellt werden. Unter diesen Voraussetzungen werde der Einsatz deutscher
Soldaten in Afghanistan immer fragwürdiger. Die dortige Bevölkerung brauche
Frieden und Freiheit und Unterstützung beim Aufbau des zerstörten Landes, doch
hätten sich die „Befreier“ als schlechte Vorbilder entpuppt. Und dass die
deutsche Freiheit am Hindukusch verteidigt werden
müsse, glaube sowieso keiner mehr. Unter diesen Umständen dränge sich die Frage
auf, ob es den Soldaten überhaupt noch zugemutet werden könne, in Afghanistan
Dienst zu tun.
Aber auch die Bundesregierung
sei nun gefordert, sie müsse mit rechtsverbindlichen zwischenstaatlichen
Verträgen sicher stellen, dass solche Vorkommnisse wie im Irak in Afghanistan
unterbunden werden, andernfalls müssten die Bundeswehrsoldaten umgehend
abgezogen werden.