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In
der Reihe der besondere Film
Die Wolke
am
Dienstag, den 4. Mai 2010, um 20.00
Uhr, im Kino in Müllheim Im Anschluss
an den Film folgt eine
Diskussion
mit Axel Mayer, und Vorstandsmitglied bei und Bärbl Mielich MdL
In Zusammenarbeit mit Bündnis
90/Die Grünen, OV Müllheim-Neuenburg und Umgebung _______________________________________________ |
Zum Inhalt des
Films: In einem kleinen hessischen
Städtchen heulen die Sirenen. Das Unfassbare ist geschehen. In dem
Atomkraftwerk in der Nähe hat sich ein schwerer Unfall ereignet, bei dem eine
bedeutende Menge hoch radiaktiver Substanzen entweicht. Panik bricht aus und eine
Massenflucht setzt ein. Die Bevölkerung spaltet sich in Gewinner und
Verlierer. In einem realistisch gezeichneten
Szenario lotet der Film die gesellschaftlichen Folgen des „kerntechnischen
Unfalls“ folgerichtig aus. Die Zuschauer erleben dieses dramatische Ereignis
aus der Sicht der Hauptfigur Die 16-jährige „Die Wolke ist ein Film, dem man sich
nicht entziehen kann – gerade weil er kein reißerischer Film ist. Statt im genreüblichen
Katastrophenvoyeurismus zu schwelgen, zeichnet er
mit einem feinen Strich ein eindringliches Bild der menschlichen Folgen, die
ein atomares Großunglück hinterlässt“.
(aus dem Filmheft der Kulturfiliale Gillner
und Conrad) Als Vorlage für den Film diente
der gleichnamige Bestseller „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang,
von 1988, dessen Thema aktueller denn je ist. Geht es doch um die berüchtigte
Frage: Was
wäre, wenn es in unserem Land zu einem atomaren Super-GAU käme? ____________________________________________ |
Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch im Kino und
Ihren Beitrag an der Diskussion. Ein herzliches Dankeschön an
Familie Karg, für die Aufnahme des Films „Die Wolke“ ins Programm 26.
April 2010 Bündnis 90 / Die Grünen OV Müllheim-Neuenburg und Umgebung Britzinger
Weg 24, 79379 Müllheim Tel.: 07631-17365,
Mail: dora.pfeifer-suger@web.de Ulrike
Liebisch Im
Rotläuble 1, 79410 Badenweiler 07632-828487,
Mail: ulliseh@arcor.de ___________________________________________ |
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Der Anlass: Vor 24 Jahren, am Morgen des 26.
April 1986, gelangte Block IV des russischen Atomkraftwerks Tschernobyl außer
Kontrolle und explodierte. Der danach ausgebrochene Graphitbrand konnte erst
nach 8 Tagen gelöscht werden. Tagelang gelangten gewaltige Mengen an
Radioaktivität ins Freie, etwa das 200fache der Menge, die bei den
Atombombenabwürfen über Hiroschima und Nagasaki freigesetzt wurden. Am
stärksten betroffen waren Gebiete in Weißrussland und der Ukraine. Der
radioaktive Fallout verteilte sich über die ganze nördliche Halbkugel. Bis
heute werden u. a. bei Wildschweinen, auch aus dem Schwarzwald, erhöhte
Radioaktivitätswerte gemessen, so dass das Fleisch teilweise nicht verzehrt
werden darf. Die Havarie im AKW Tschernobyl hat
das Leben von Millionen von Menschen von einer Stunde auf die andere vollkommen
verändert. Um das havarierte AKW wurde eine
30km-Sperrzone errichtet. Eine Fläche von etwa 10.000 km² wurden in der
Ukraine, Weißrussland und Russland zu Sperrzonen erklärt, Städte und Dörfer
evakuiert und mehrere hunderttausend Menschen umgesiedelt. Darunter die ukrainischen Städte
Tschernobyl, Prypjat und Polisske.
Die verstrahlte Fläche ist aber um ein vielfaches größer. Immer noch leben Menschen in den radioaktiv
verseuchten Gebieten. Einige Tausend, vor allem ältere Menschen sind auch
wieder in die gesperrt Zone zurückgekehrt. Die Reaktorkatastrophe hat vielen
tausend Menschen das Leben gekostet. Über die genaue Zahl gibt es sehr
unterschiedliche Angaben. Die Zahl der durch die Strahlung
erkrankten Menschen ist jedoch um ein vielfaches höher. Missbildungen bei Neugeborenen und
Krebserkrankungen, vor allem Schilddrüsenkrebs, Leukämie etc., haben in den
verstrahlten Gebieten sehr stark zugenommen. |
Folgen eines GAUs in Mitteleuropa
wären noch katastrophaler. Ein vergleichbarer Unfall in einem Atomkraftwerk im
erheblich dichter besiedelten Mitteleuropa hätte noch katastrophalere Folgen.
Eine schnelle Evakuierung wäre kaum möglich. Die Zahl der verstrahlten
Menschen noch einmal um ein vielfaches höher. Dessen ungeachtet drängen die Energiekonzerne auf eine
Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland. 2001 hatte die rot-grüne Regierung mit den
Energiekonzernen den so genannten Atomkonsens vereinbart und gesetzlich festgeschrieben.
Durch das Festschreiben von Reststrommengen sollen bis 2021 die deutschen
AKWs nach und nach stillgelegt werden. Die Energiekonzerne versuchen nun mit Hilfe
der schwarz-gelben Regierung dieses Gesetz auszuhebeln. Zum Vergleich: Die heutige Geisterstadt Prypjat
mit damals etwa 48.000 Einwohnern liegt etwa 5-7 km vom havarierten
Atomkraftwerk entfernt, die heutige Geisterstadt Tschernobyl etwa 18 km. In
den zuwachsenden Straßen können wildernde Hunde und Wildschweine angetroffen
werden. Neuenburg und Müllheim liegen ca. 10-12 km Luftlinie vom
AKW Fessenheim entfernt. Von Hartheim, Heitersheim und Buggingen ist die
Entfernung noch geringer. Laut Notfallschutzratgeber
zum AKW Fessenheim erfolgt die Evakuierung bevorzugt mit Privat-Pkws. Für die Fahrt zu den Aufnahmeorten sollten
die bekannt gegebenen Evakuierungsrouten benutzt werden. Der Verkehrsablauf
auf den Evakuierungsrouten wird von der Polizei geregelt. Personen ohne eigenen PKW, sollen sich zu Sammelstellen
begeben, wo geeignete Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden sollen… |
Das AKW Fessenheim – eine atomare Zeitbombe vor der Haustür Weithin
sichtbar befindet sich wenige km entfernt das französische AKW Fessenheim. Die Liste der Sicherheitsdefizite des mittlerweile
30jährigen Atomkraftwerks ist lang und wird immer länger.
Störfälle reißen nicht ab: Beunruhigend oft ereignen sich im AKW Fessenheim
Störfälle. Am Morgen des 27.Dezember 2009 ist die Region gerade noch
mal an einer größeren Katastrophe vorbeigeschrammt. Beim Wiederanfahren
von Block II waren Pflanzenreste in das Zwischenkühlsystem gelangt und hatten
dieses teilweise verstopft. Die Kraftwerksleitung setzte den internen
Notfallplan in Kraft. In der Presse wurde kaum darüber berichtet. Zur Zeit läuft die dritte
Zehnjahresrevision, bzw. ist in Block I bereits abgeschlossen. Von den Ergebnissen
dieser Untersuchungen hängt es ab, ob das Atomkraftwerk für weitere 10 Jahre
eine Betriebserlaubnis erhält. Die EdF
als Betreiber des AKW rechnet fest mit der neuen Betriebserlaubnis. |