Themenabend Atomkraft

 

   In der Reihe der besondere Film

          zeigt das Kino-Müllheim

                                         

 Die Wolke

                von Gregor Schnitzler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

am Dienstag, den 4. Mai 2010,

um 20.00 Uhr, im Kino in Müllheim

 

      Im Anschluss an den Film folgt

      eine Diskussion

       mit Axel Mayer,

BUND-Geschäftsführer

 und Vorstandsmitglied bei TRAS

und

Bärbl Mielich MdL

 

In Zusammenarbeit mit Bündnis 90/Die Grünen,

OV Müllheim-Neuenburg und Umgebung

 

 

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Zum Inhalt des Films:

In einem kleinen hessischen Städtchen heulen die Sirenen. Das Unfassbare ist geschehen. In dem Atomkraftwerk in der Nähe hat sich ein schwerer Unfall ereignet, bei dem eine bedeutende Menge hoch radiaktiver Substanzen entweicht. 

Panik bricht aus und eine Massenflucht setzt ein. Die Bevölkerung spaltet sich in Gewinner und Verlierer.

In einem realistisch gezeichneten Szenario lotet der Film die gesellschaftlichen Folgen des „kerntechnischen Unfalls“ folgerichtig aus. Die Zuschauer erleben dieses dramatische Ereignis aus der Sicht der Hauptfigur Hannah.

Die 16-jährige Hanna (Paula Kalenberg) und der 18-jährige Elmar (Franz Dinda) sind frisch verliebt. Doch ihre Liebesgeschichte hat keine Zeit, einen normalen Verlauf zu nehmen. Mit dem Heulen der Sirenen werden Hanna und Elmar übergangslos in eine dramatische, unsichere Zukunft katapultiert.

 

 „Die Wolke ist ein Film, dem man sich nicht entziehen kann – gerade weil er kein reißerischer Film ist. Statt im genreüblichen Katastrophenvoyeurismus zu schwelgen, zeichnet er mit einem feinen Strich ein eindringliches Bild der menschlichen Folgen, die ein atomares Großunglück hinterlässt“. 

(aus dem Filmheft der Kulturfiliale Gillner und Conrad)

 

Als Vorlage für den Film diente der gleichnamige Bestseller „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang, von 1988, dessen Thema aktueller denn je ist. Geht es doch um die berüchtigte Frage:

 

Was wäre, wenn es in unserem Land zu einem atomaren Super-GAU käme?

 

 

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Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch im Kino und Ihren Beitrag  an der Diskussion.

 

 

Ein herzliches Dankeschön an Familie Karg, für die Aufnahme des Films „Die Wolke“ ins Programm

 

                                                            26. April 2010

 

 

 

 

Bündnis 90 / Die Grünen

OV Müllheim-Neuenburg und Umgebung

 

Dora Pfeifer-Suger

Britzinger Weg 24, 79379 Müllheim

Tel.: 07631-17365,  Mail: dora.pfeifer-suger@web.de

 

Ulrike Liebisch

Im Rotläuble 1, 79410 Badenweiler

07632-828487, Mail: ulliseh@arcor.de

 

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Der Anlass:

Vor 24 Jahren, am Morgen des 26. April 1986, gelangte Block IV des russischen Atomkraftwerks Tschernobyl außer Kontrolle und explodierte. Der danach ausgebrochene Graphitbrand konnte erst nach 8 Tagen gelöscht werden. Tagelang gelangten gewaltige Mengen an Radioaktivität ins Freie, etwa das 200fache der Menge, die bei den Atombombenabwürfen über Hiroschima und Nagasaki freigesetzt wurden. Am stärksten betroffen waren Gebiete in Weißrussland und der Ukraine. Der radioaktive Fallout verteilte sich über die ganze nördliche Halbkugel. Bis heute werden u. a. bei Wildschweinen, auch aus dem Schwarzwald, erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen, so dass das Fleisch teilweise nicht verzehrt werden darf.

Die Havarie im AKW Tschernobyl hat das Leben von Millionen von Menschen von einer Stunde auf die andere vollkommen verändert.

Um das havarierte AKW wurde eine 30km-Sperrzone errichtet. Eine Fläche von etwa 10.000 km² wurden in der Ukraine, Weißrussland und Russland zu Sperrzonen erklärt, Städte und Dörfer evakuiert und mehrere hunderttausend Menschen umgesiedelt.  Darunter die ukrainischen Städte Tschernobyl, Prypjat und Polisske. Die verstrahlte Fläche ist aber um ein vielfaches größer. Immer noch leben Menschen in den radioaktiv verseuchten Gebieten. Einige Tausend, vor allem ältere Menschen sind auch wieder in die gesperrt Zone zurückgekehrt.

Die Reaktorkatastrophe hat vielen tausend Menschen das Leben gekostet. Über die genaue Zahl gibt es sehr unterschiedliche Angaben. 

Die Zahl der durch die Strahlung erkrankten Menschen ist jedoch um ein vielfaches höher.

Missbildungen bei Neugeborenen und Krebserkrankungen, vor allem Schilddrüsenkrebs, Leukämie etc., haben in den verstrahlten Gebieten sehr stark zugenommen.

 

 

Folgen eines GAUs in Mitteleuropa wären noch katastrophaler.

Ein vergleichbarer Unfall in einem Atomkraftwerk im erheblich dichter besiedelten Mitteleuropa hätte noch katastrophalere Folgen. Eine schnelle Evakuierung wäre kaum möglich. Die Zahl der verstrahlten Menschen noch einmal um ein vielfaches höher.

Dessen ungeachtet drängen die Energiekonzerne auf eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland.

2001 hatte die rot-grüne Regierung mit den Energiekonzernen den so genannten Atomkonsens vereinbart und gesetzlich festgeschrieben. Durch das Festschreiben von Reststrommengen sollen bis 2021 die deutschen AKWs nach und nach stillgelegt werden.

Die Energiekonzerne versuchen nun mit Hilfe der schwarz-gelben Regierung dieses Gesetz auszuhebeln.

 

Zum Vergleich:

Die heutige Geisterstadt Prypjat mit damals etwa 48.000 Einwohnern liegt etwa 5-7 km vom havarierten Atomkraftwerk entfernt, die heutige Geisterstadt Tschernobyl etwa 18 km. In den zuwachsenden Straßen können wildernde Hunde und Wildschweine angetroffen werden.

Neuenburg und Müllheim liegen ca. 10-12 km Luftlinie vom AKW Fessenheim entfernt. Von Hartheim, Heitersheim und Buggingen ist die Entfernung noch geringer.

Laut Notfallschutzratgeber zum AKW Fessenheim erfolgt die Evakuierung bevorzugt mit Privat-Pkws. Für die Fahrt zu den Aufnahmeorten sollten die bekannt gegebenen Evakuierungsrouten benutzt werden. Der Verkehrsablauf auf den Evakuierungsrouten wird von der Polizei geregelt.

Personen ohne eigenen PKW, sollen sich zu Sammelstellen begeben, wo geeignete Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden sollen…

 

Das AKW Fessenheim –

eine atomare Zeitbombe vor der Haustür

 

Weithin sichtbar befindet sich wenige km entfernt das französische AKW Fessenheim.

Die Liste der Sicherheitsdefizite des mittlerweile 30jährigen Atomkraftwerks ist lang und wird immer länger.

  • Unterplattierungsrisse im Reaktordruckbehälter,
  • mangelnde Erdbebensicherheit
  • kein Schutz gegen Flugzeugabstürze
  • nicht ausreichend dimensionierte Sumpfsiebe

usw. usw.

 

Störfälle reißen nicht ab:

Beunruhigend oft ereignen sich im AKW Fessenheim Störfälle.

Am Morgen des 27.Dezember 2009 ist die Region gerade noch mal an einer größeren Katastrophe vorbeigeschrammt. Beim Wiederanfahren von Block II waren Pflanzenreste in das Zwischenkühlsystem gelangt und hatten dieses teilweise verstopft. Die Kraftwerksleitung setzte den internen Notfallplan in Kraft.

In der Presse wurde kaum darüber berichtet.

 

Zur Zeit läuft die dritte Zehnjahresrevision, bzw. ist in Block I bereits abgeschlossen. Von den Ergebnissen dieser Untersuchungen hängt es ab, ob das Atomkraftwerk für weitere 10 Jahre eine Betriebserlaubnis erhält.

Die EdF als Betreiber des AKW rechnet fest mit der neuen Betriebserlaubnis.