Müllheim, den 8. Dezember 2003

 

Pressemitteilung

 

Klare Absage an gentechnisch veränderte Nahrungsmittel.

 

Bündnis Gentechnikfrei Zone Oberrhein als Ziel!

 

Die Anwesenden waren sich einig: Sie wollen keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel.  Doch der Druck durch die Gentechnikindustrie und die Weichen, die gerade in Brüssel gestellt werden, stellen diesen berechtigten Anspruch immer mehr in  Frage. Man kam überein, ein breites und unabhängiges Bündnis für eine „gentechnikfreie Zone Oberrhein“ ins Leben rufen zu wollen. Am 28. Januar soll ein offenes Treffen stattfinden, zu  dem viele verschiedene Gruppen und Organisationen eingeladen werden sollen.

 

Auf Einladung des Ortsverbands der Grünen hatten sich Interessierte, darunter auch Landwirte, zu einer Gesprächsrunde über gentechnikfreie Nahrungsmittel und gentechnikfreien Anbau zusammengefunden. In einer kurzen Einführung wies Dora Pfeifer-Suger von den Müllheimer Grünen darauf hin, dass das EU-Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) fallen soll, was bedeute, dass wahrscheinlich bald gentechnisch veränderte Sorten zugelassen und angebaut würden. Ein zusätzliches Problem sei die Saatgutrichtlinie mit Toleranzwerten von 0,3-0,7% Anteil von GVO, wenn sie so, wie von der  Kommission entworfen, verabschiedet würde.

 

Das Moratorium müsse verlängert werden, forderte Hermann Ritter, Kreisvorsitzender des BLHV. „Wenn wir keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel wollen, dann dürfen wir die gentechnisch veränderten Pflanzen nicht reinlassen“. Koexistenz sei in unseren kleinbäuerlichen Strukturen nicht möglich. Hermann Ritter wies darauf hin, dass am südlichen Oberrhein eine freiwillige Vereinbahrung zwischen den Landwirten, dem Landhandel und der ZG Karlsruhe bestehe, keinen gentechnisch veränderten Mais anzubauen. Dadurch könnten die Saatgutvermehrungsbetriebe in der Region gentechnikfreies Saatgut produzieren. Auch die elsässische Seite sei dabei mit eingebunden.

 

Reines, gentechnikfreies Saatgut sei entscheidend für den Anbau gentechnikfreier Lebensmittel, erklärte Horst Ritter vom Demeter-Betrieb PILUWERI. In den Richtlinien des Demeter-Bundes wird garantiert, daß auf solchen Betrieben keine gentechnisch-veränderten Organismen eingesetzt werden. Um dieses Versprechen in Zukunft auch den Verbrauchern gegenüber einhalten zu können, kann letztendlich kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Nähe von ökologisch bewirtschafteten Feldern toleriert werden. Da der Einsatz von Gentechnologie schon bei der Züchtung ausgeschlossen sein muss, sehen eine wachsende Zahl von biologisch-dynamischen Pflanzenbauern die Notwendigkeit, auf ihren Betrieben die Sorten nach Demeter-Richtlinien zu pflegen und anschließend  das Saatgut entsprechend zu vermehren.